Aktueller Stand
Der Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren erfolgt mittels regelmäßiger Konferenzen zu wechselnden Schwerpunktthemen und der im Jahr 2016 wiederaufgenommenen Stadtumbau-Bereisung. Dieser Erfahrungstransfer leistet einen wertvollen Beitrag zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Städtebauförderpolitik. Die Ergebnisse aus Landesmonitoring, Konferenzen und der Arbeitsgespräche mit den Akteuren vor Ort werden im Rahmen der regelmäßig erscheinenden Monitoringberichte dokumentiert. Durch die langjährige Beobachtung wird es möglich die Entwicklung wichtiger Indikatoren von Stadtumbauprozessen in Zeitreihen darzustellen, Erfolgsfaktoren und Hemmnisse zu identifizieren und daraus Handlungsempfehlungen für die kommunalen Akteure und die Förderpolitik auf Bundes- und Landesebene zu geben. Im Ergebnis der langjährigen Beobachtungen wird deutlich, dass Leerstände abgebaut und zahlreiche Aufwertungsprozesse umgesetzt werden konnten. Dadurch wurden vor allem die Innenstädte als zentrale Orte der Begegnung und Identifikation gestärkt. Für die meisten altstädtischen Monitoringgebiete lässt sich beispielsweise eine Stabilisierung der Einwohnerzahl entgegen dem gesamtstädtischen Trend belegen. Anhaltender Einwohnerverlust und zunehmende Alterung der Bewohner - insbesondere in den DDR-Wohnbauquartieren - zeigen aber nach wie vor große Anpassungsbedarfe auf. Hinzu kommen neue Herausforderungen wie Digitalisierung, energetischer und klimaresilienter Stadtumbau, soziale Integration oder auch ein drohender Verlust der innerstädtischen Leitfunktion Einzelhandel. Schließlich kann beobachtet werden, dass sich die Probleme bei zunehmender regionaler Differenzierung in den ländlichen Raum verlagern, während die (kleineren) Städte als Ankerzentren fungieren und ressortübergreifender Abstimmungsbedarf mit den Verantwortungsträgern der umliegenden ländlich geprägten Gemeinden steigt. Dadurch wird deutlich, dass der Stadtumbau als zunehmend komplexe Aufgabe im Sinne einer zukunftsfähigen Entwicklung von Siedlungsstrukturen Bestand haben wird und sowohl Förderpolitik als auch Monitoring kontinuierlich an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Im Zuge des ausgelaufenen Solidarpaktes Ende 2019 wurde mit der VV 2020 eine von Bund und Ländern abgestimmte Reduzierung der Programmzahl im Bereich der Städtebauförderung auf die drei Programme "Lebendige Zentren", "Sozialer Zusammenhalt" und "Wachstum und nachhaltige Erneuerung" beschlossen.

Ausgangssituation
Nach der politischen Wende im Jahre 1989 gefährdeten Probleme wie sinkende Einwohnerzahlen und zunehmende Wohnungsleerstände im Freistaat die soziale Stabilität und Funktionsfähigkeit der Städte. Die Wohnungsunternehmen standen dabei vor besonderen betriebswirtschaftlichen Herausforderungen. Diese Entwicklung war für das ehemalige Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Medien frühzeitig Anlass zu gezieltem Handeln.
Seit der Auflage des Bund-Länder-Förderprogramms "Städtebauliche Weiterentwicklung großer Neubaugebiete" im Jahr 1993 wurden im Freistaat erste Planungen und Maßnahmen zur Wiedergewinnung eines quantitativen und qualitativen Gleichgewichts zwischen Wohnungsnachfrage und Wohnungsangeboten gefördert. Mit fortschreitender Entwicklung wurden auch die übrigen Programme der Städtebauförderung verstärkt im Sinne gesamtstädtischer Stadtumbaustrategien eingesetzt. Dabei wurde nach wie vor ein Schwerpunkt auf die Aufwertung der historisch gewachsenen Innenstädte als wesentliches Identifikationsmerkmal ihrer Bewohner gesetzt. Mit der Thüringer Innenstadtinitiative und der Initiative "Genial Zentral"engagierte sich der Freistaat mit zusätzlichen, ausschließlich landesfinanzierten Förderprogrammen. Aber auch der Rückbau von nicht mehr vermietbaren Wohnungen wurde in einem Programm des Landes zur Wohnungsmarktstabilisierung unterstützt.
Inzwischen hatte der Bund durch die Auflage des mit langfristiger Finanzierungsperspektive ausgestatteten Programms "Stadtumbau Ost" und mit der Durchführung des gleichnamigen Bundeswettbewerbs eine Basis für integrierte Stadtumbauprozesse geschaffen.

Bundeswettbewerb Stadtumbau Ost
Am Bundeswettbewerb im Jahr 2002 hatten bei insgesamt 261 eingereichten Stadtentwicklungskonzepten 37 Thüringer Städte und Gemeinden teilgenommen.
Die Städte Leinefelde und Rossleben hatten in ihrer jeweiligen Bewertungsgruppe den ersten Preis gewonnen, die Entwicklungskonzeption der Stadt Sondershausen wurde mit dem zweiten Preis gewürdigt. In die engere Wahl wurden die Städte Artern, Lobenstein und Zeulenroda eingeordnet.
Unabhängig von der Bewertung der Wettbewerbsbeiträge durch die Jury ist festzuhalten, dass durch den Bundeswettbewerb ein erheblicher planerischer Fortschritt in der Entwicklung von kommunalen, städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Konzepten zum Stadtumbau erreicht werden konnte. Damit waren in Thüringen fast flächendeckend die Voraussetzungen für die Einleitung und Umsetzung zielführender Maßnahmen des Stadtumbaus geschaffen worden.

Einrichtung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe für die Begleitforschung in Thüringen
Bis zum Start des Programms Stadtumbau Ost gab es nur wenige Erfahrungen mit der Umsetzung von Stadtumbau- und Rückbaukonzeptionen unter Schrumpfungsszenarien. Der Freistaat war deshalb der Überzeugung, dass der breitangelegte Prozess des Stadtumbaus einer intensiven Beobachtung und Unterstützung insbesondere hinsichtlich der zielführenden Wirkung von Strategien und Maßnahmen sowie der Förderprogramme und des Fördermitteleinsatzes bedarf.
Aus diesem Grunde wurde eine Begleitforschung initiiert, die unter der Federführung der Stadt Leinefelde-Worbis den Fortschritt des Stadtumbaus in Thüringen kontinuierlich auswertet und die Ergebnisse in einen intensiven Erfahrungsaustausch mit den Programmstädten und dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft einbringt. Beauftragt wurde im Ergebnis eines Verhandlungsverfahrens nach europaweiter Ausschreibung eine interdisziplinären Arbeitsgruppe (AG), in der die Fachrichtungen Stadt- und Landschaftsplanung, Architektur, Wohnungswirtschaft, Demografie und Sozialplanung sowie technische Infrastruktur vertreten sind. Dabei ist zu erwähnen, dass das Monitoringsystem von Beginn programmübergreifend angelegt war und den Stadtumbau als ganzheitlichen Prozess im Rahmen einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung verstanden hat.
In Rahmen des Thüringer Landesmonitoring zum Stadtumbau werden seit dem Jahr 2002 von 42 Programmkommunen (dabei alle Thüringer Städte über 10.000 Einwohner) sowie ca. 200 Monitoringgebieten in diesen Programmkommunen regelmäßig Daten zu verschiedenen Themenbereichen erfasst und mit Daten anderer Quellen (z.B. Agentur für Arbeit, vtw, TLS, TLVwA) auf verschiedenen räumlichen Ebenen in einem gesonderten Datenpool beim Thüringer Landesamt für Statistik gesammelt und ausgewertet. Seit 2013 werden auch die Daten aus dem elektronischen Monitoring des Bundes genutzt. Durch eine Datenharmonisierung beider Erfassungssysteme werden die Kommunen entlastet und gleichzeitig Informationsgewinne erreicht.

Zusammenführung der Stadtumbauprogramme Ost und West
Die Evaluierung von Stadtumbau Ost und West hatte im Jahr 2016 die Wirkung beider Programme eindrucksvoll nachgewiesen. Seit der anschießenden Zusammenlegung beider Programmteile wird die Stadtumbau-Förderung als ein Programm weitergeführt und fungiert neben den anderen Bund-Länder- sowie Thüringer Landesprogrammen nach wie vor als erfolgreiches Element der Städtebauförderung.

 

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Monitoringbericht 2019

… steht zum Download bereit.

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Monitoringbericht 2019

Das Thüringer Stadtumbau-Monitoring wurde im Jahr 2002 als lernendes Programm angelegt und wird entsprechend neuer Aufgaben und Herausforderungen (z. B. zum energetischen und klimaresilienten Stadtumbau) kontinuierlich angepasst. Abgeleitet aus den guten Erfahrungen der Verknüpfung von quantitativ angelegter Datenerfassung und qualitativen Ergänzungen der Arbeitsgespräche vor Ort wurde die Stadtumbau-Bereisung aus den Jahren 2005 bis 2009 im August 2016 wieder aufgenommen. Bis Ende 2019 wurden nunmehr 33 von 42 Monitoringgemeinden besucht. Der vorliegende Monitoringbericht 2019 bietet eine Kombination aus Faktenanalysen und Erkenntnissen vor Ort. Datenauswertungen und Themenexkurse mit Fallbeispielen geben Einblicke in Hintergründe und konkrete Rahmenbedingungen, Prozesse und Akteurskonstellationen. Die Ergebnisse der diesjährigen Stadtumbaukonferenz zur Thematik „Aktivierung von Problemimmobilien“ werden im Kapitel „Städtebauliche Aufwertung“ dokumentiert (S. 56). Die besuchten Programmgemeinden werden mit vergleichbaren Kennziffern und individuellen Besonderheiten kurz porträtiert (ab S. 89). Den Bericht können Sie hier ansehen bzw. downloaden.

Stadtumbaukonferenz 2019

… zur Thematik "Aktivierung von Problemimmobilien"

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Stadtumbaukonferenz 2019

Die Stadtumbaukonferenz 2019 hat am Donnerstag, den 21. November im Löwensaal des Rathauses Rudolstadt stattgefunden und widmete sich in diesem Jahr der Thematik "Aktivierung von Problemimmobilien". An der Tagung haben rund 120 Experten zur Stadtentwicklung aus Thüringen sowie sechs weiterer Bundesländer aus der Verwaltung auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene sowie aus den Bereichen Planungspraxis, Wohnungswirtschaft, Wissenschaft und Politik teilgenommen. Das Programm sowie die Präsentationen der Referenten finden Sie hier:

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Stadtumbaukonferenz 2018

… zur Thematik "Förderung lebendiger Stadtzentren"

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Stadtumbaukonferenz 2018 - Dokumente

Am Montag, den 12. November 2018 fand die Jahreskonferenz zum Stadtumbau 2018 - "Förderung lebendiger Stadtzentren im Blickfeld aktueller Herausforderungen der Stadtentwicklung" im Rittersaal des Ronneburger Schlosses statt. Programm, Teilnehmerliste und Präsentationen finden Sie hier:

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Stadtumbaubroschüre

Stadtumbau in Thüringen Herausforderungen, Wege, Ergebnisse Zwischenbilanz

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Stadtumbaubroschüre

Die Stadtumbaubroschüre bietet eine fotodokumentierte Zwischenbilanz des Stadtumbaus in Thüringen, respektive der 42 am Thüringer Landesmonitoring teilnehmenden Stadtumbaugemeinden. Sie beinhaltet für jede Stadt eine zusammenfassende Darstellung sowie eine Vorstellung zweier ausgewählter Projekte, welche mit Unterstützung von Fördermitteln seit dem Jahr 2002 umgesetzt wurden. Gerade für die Qualität städtebaulicher Aufwertungsprozesse, sprechen Bilder am besten. Die Broschüre bietet damit eine gute Ergänzung zu den regelmäßig erscheinenden Monitoringberichten. Mit folgendem Link gelangt man zur Broschürenansicht bzw. Downloadmöglichkeit. Je nach Internetverbindung kann das einige Minuten in Anspruch nehmen.


© 2020 - Begleitforschung Stadtumbau im Freistaat Thüringen