Aktueller Stand
Als Informationsplattform für zukunftsfähige Stadtentwicklungsprojekte aus Thüringen wird derzeit die die Internetseite https://stadtentwicklung-thueringen.de aufgebaut, in welche ausgewählte Inhalte dieser Seite nach und nach transferiert werden. Der neue Internetauftritt wurde auf der Stadtumbaukonferenz am 31. März 2022 vorgestellt.
 
Der Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren erfolgt mittels regelmäßiger Konferenzen zu wechselnden Schwerpunktthemen und den Stadtumbau-Bereisungen. Im Rahmen der letzten Stadtumbau-Bereisung wurden alle 42 Monitoringkommunen im Zeitraum von 2016 bis 2021 besucht. Dieser Erfahrungstransfer leistet einen wertvollen Beitrag zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Städtebauförderpolitik. Die Ergebnisse aus Landesmonitoring, Konferenzen und der Arbeitsgespräche mit den Akteuren vor Ort werden im Rahmen der regelmäßig erscheinenden Monitoringberichte dokumentiert. Durch die langjährige Beobachtung wird es möglich die Entwicklung wichtiger Indikatoren von Stadtumbauprozessen in Zeitreihen darzustellen, Erfolgsfaktoren und Hemmnisse zu identifizieren und daraus Handlungsempfehlungen für die kommunalen Akteure und die Förderpolitik auf Bundes- und Landesebene zu geben. Im Ergebnis der langjährigen Beobachtungen wird deutlich, dass Leerstände abgebaut und zahlreiche Aufwertungsprozesse umgesetzt werden konnten. Dadurch wurden vor allem die Innenstädte als zentrale Orte der Begegnung und Identifikation gestärkt. Für die meisten altstädtischen Monitoringgebiete lässt sich beispielsweise eine Stabilisierung der Einwohnerzahl entgegen dem gesamtstädtischen Trend belegen. Anhaltender Einwohnerverlust und zunehmende Alterung der Bewohner - insbesondere in den DDR-Wohnbauquartieren - zeigen aber nach wie vor große Anpassungsbedarfe auf. Hinzu kommen neue Herausforderungen wie Digitalisierung, energetischer und klimaresilienter Stadtumbau, soziale Integration oder auch ein drohender Verlust der innerstädtischen Leitfunktion Einzelhandel. Schließlich kann beobachtet werden, dass sich die Probleme bei zunehmender regionaler Differenzierung in den ländlichen Raum verlagern, während die (kleineren) Städte als Ankerzentren fungieren und ressortübergreifender Abstimmungsbedarf mit den Verantwortungsträgern der umliegenden ländlich geprägten Gemeinden steigt. Dadurch wird deutlich, dass der Stadtumbau als zunehmend komplexe Aufgabe im Sinne einer zukunftsfähigen Entwicklung von Siedlungsstrukturen Bestand haben wird und sowohl Förderpolitik als auch Monitoring kontinuierlich an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Im Zuge des ausgelaufenen Solidarpaktes Ende 2019 wurde mit der VV 2020 eine von Bund und Ländern abgestimmte Reduzierung der Programmzahl im Bereich der Städtebauförderung auf die drei Programme "Lebendige Zentren", "Sozialer Zusammenhalt" und "Wachstum und nachhaltige Erneuerung" beschlossen.

Ausgangssituation
Nach der politischen Wende im Jahre 1989 gefährdeten Probleme wie sinkende Einwohnerzahlen und zunehmende Wohnungsleerstände im Freistaat die soziale Stabilität und Funktionsfähigkeit der Städte. Die Wohnungsunternehmen standen dabei vor besonderen betriebswirtschaftlichen Herausforderungen. Diese Entwicklung war für das ehemalige Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Medien frühzeitig Anlass zu gezieltem Handeln.
Seit der Auflage des Bund-Länder-Förderprogramms "Städtebauliche Weiterentwicklung großer Neubaugebiete" im Jahr 1993 wurden im Freistaat erste Planungen und Maßnahmen zur Wiedergewinnung eines quantitativen und qualitativen Gleichgewichts zwischen Wohnungsnachfrage und Wohnungsangeboten gefördert. Mit fortschreitender Entwicklung wurden auch die übrigen Programme der Städtebauförderung verstärkt im Sinne gesamtstädtischer Stadtumbaustrategien eingesetzt. Dabei wurde nach wie vor ein Schwerpunkt auf die Aufwertung der historisch gewachsenen Innenstädte als wesentliches Identifikationsmerkmal ihrer Bewohner gesetzt. Mit der Thüringer Innenstadtinitiative und der Initiative "Genial Zentral"engagierte sich der Freistaat mit zusätzlichen, ausschließlich landesfinanzierten Förderprogrammen. Aber auch der Rückbau von nicht mehr vermietbaren Wohnungen wurde in einem Programm des Landes zur Wohnungsmarktstabilisierung unterstützt.
Inzwischen hatte der Bund durch die Auflage des mit langfristiger Finanzierungsperspektive ausgestatteten Programms "Stadtumbau Ost" und mit der Durchführung des gleichnamigen Bundeswettbewerbs eine Basis für integrierte Stadtumbauprozesse geschaffen.

Bundeswettbewerb Stadtumbau Ost
Am Bundeswettbewerb im Jahr 2002 hatten bei insgesamt 261 eingereichten Stadtentwicklungskonzepten 37 Thüringer Städte und Gemeinden teilgenommen.
Die Städte Leinefelde und Rossleben hatten in ihrer jeweiligen Bewertungsgruppe den ersten Preis gewonnen, die Entwicklungskonzeption der Stadt Sondershausen wurde mit dem zweiten Preis gewürdigt. In die engere Wahl wurden die Städte Artern, Lobenstein und Zeulenroda eingeordnet.
Unabhängig von der Bewertung der Wettbewerbsbeiträge durch die Jury ist festzuhalten, dass durch den Bundeswettbewerb ein erheblicher planerischer Fortschritt in der Entwicklung von kommunalen, städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Konzepten zum Stadtumbau erreicht werden konnte. Damit waren in Thüringen fast flächendeckend die Voraussetzungen für die Einleitung und Umsetzung zielführender Maßnahmen des Stadtumbaus geschaffen worden.

Einrichtung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe für die Begleitforschung in Thüringen
Bis zum Start des Programms Stadtumbau Ost gab es nur wenige Erfahrungen mit der Umsetzung von Stadtumbau- und Rückbaukonzeptionen unter Schrumpfungsszenarien. Der Freistaat war deshalb der Überzeugung, dass der breitangelegte Prozess des Stadtumbaus einer intensiven Beobachtung und Unterstützung insbesondere hinsichtlich der zielführenden Wirkung von Strategien und Maßnahmen sowie der Förderprogramme und des Fördermitteleinsatzes bedarf.
Aus diesem Grunde wurde eine Begleitforschung initiiert, die unter der Federführung der Stadt Leinefelde-Worbis den Fortschritt des Stadtumbaus in Thüringen kontinuierlich auswertet und die Ergebnisse in einen intensiven Erfahrungsaustausch mit den Programmstädten und dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft einbringt. Beauftragt wurde im Ergebnis eines Verhandlungsverfahrens nach europaweiter Ausschreibung eine interdisziplinären Arbeitsgruppe (AG), in der die Fachrichtungen Stadt- und Landschaftsplanung, Architektur, Wohnungswirtschaft, Demografie und Sozialplanung sowie technische Infrastruktur vertreten sind. Dabei ist zu erwähnen, dass das Monitoringsystem von Beginn programmübergreifend angelegt war und den Stadtumbau als ganzheitlichen Prozess im Rahmen einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung verstanden hat.
In Rahmen des Thüringer Landesmonitoring zum Stadtumbau werden seit dem Jahr 2002 von 42 Programmkommunen (dabei alle Thüringer Städte über 10.000 Einwohner) sowie ca. 200 Monitoringgebieten in diesen Programmkommunen regelmäßig Daten zu verschiedenen Themenbereichen erfasst und mit Daten anderer Quellen (z.B. Agentur für Arbeit, vtw, TLS, TLVwA) auf verschiedenen räumlichen Ebenen in einem gesonderten Datenpool beim Thüringer Landesamt für Statistik gesammelt und ausgewertet. Seit 2013 werden auch die Daten aus dem elektronischen Monitoring des Bundes genutzt. Durch eine Datenharmonisierung beider Erfassungssysteme werden die Kommunen entlastet und gleichzeitig Informationsgewinne erreicht.

Zusammenführung der Stadtumbauprogramme Ost und West und Neustrukturierung der Städtebauförderung
Die Evaluierung von Stadtumbau Ost und West hatte im Jahr 2016 die Wirkung beider Programme eindrucksvoll nachgewiesen. Deshalb wurden die beiden Förderprogramme zusammengelegt und fungierten neben den anderen Bund-Länder- sowie Thüringer Landesprogrammen als erfolgreiches Element der Städtebauförderung. Seit dem Programmjahr 2020 wurde die Programmanzahl der Städtebauförderung auf folgende drei Bund-Länder-Programme reduziert:
- Lebendige Zentren - Erhalt und Entwicklung der Orts- und Stadtkerne
  (ehemals vorwiegend Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" und "Städtebaulicher
  Denkmalschutz")
- Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten
  (ehemals „Soziale Stadt“)
- Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebenswerte Quartiere gestalten
  (ehemals vorwiegend „Stadtumbau“).
Im Rahmen des Landesmonitoring wird diese neue Struktur berücksichtigt. Außerdem werden Auswirkungen der Coranakrise auf kommunale Arbeitsbereiche der Stadtentwicklung erfasst. Programmübergreifende Querschnittsthemen wie Digitalisierung oder auch Klimaschutz und Klimaanpassung wurden im Rahmen des Landesmonitoring schon frühzeitig in die Betrachtung einbezogen.

 

news

Stadtumbaukonferenz 2022 Online

mehr »

Stadtumbaukonferenz am 31. März 2022 Online

Am 31. März 2022 fand die Jahreskonferenz Stadtumbau zum Thema „Kommunale Handlungsfelder für zukunftsfähige Stadtentwicklung mit Fokus auf die Innenstädte“ von 10 bis 15 Uhr als Videokonferenz statt. Das Tagungsprogramm finden Sie hier:

Programm und Anmeldeinformationen (pdf)

In diesem Rahmen wurde auch die neue Internetseite https://stadtentwicklung-thueringen.de vorgestellt und darauf hingewiesen, das weitergehende Informationen zur Veranstaltung über den Newsletter von info@stadtentwicklung-thueringen.de verschickt werden.

zurück «

Monitoringbericht 2021

mehr »

Monitoringbericht 2021

Der geförderte Stadtumbau wird in Thüringen bereits seit dem Jahr 2002 mittels eines themenbreit angelegten Landesmonitoring beobachtet. Dabei wird der Stadtumbau als Daueraufgabe einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung gesehen, welche mit ressortübergreifender Zusammenarbeit und integrierten Strategiekonzepten zu lösen ist. Das Ministerium unterstützt eine Arbeitsgruppe Begleitforschung, welche ein breites Spektrum von Stadtentwicklungsbereichen wie Demografie- und Sozialstruktur, Wohnungswirtschaft, Stadt- und Landschaftsplanung oder auch technische Infrastruktur abdeckt. Die Monitoringberichte der Begleitforschung bieten eine Kombination aus Faktenanalysen und Erkenntnissen vor Ort. Kommunale Fallbeispiele vermitteln Hintergrundinformationen und geben Einblicke in Prozesse und Akteurskonstellationen sowie Hemmnisse und Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von geförderten Stadtentwicklungsprojekten. Auswertungsgrundlage bilden die jährlich gelieferten Kommunaldaten auf Ebene der Gesamtstadt, die Begutachtungen der rund 200 Monitoringgebiete und die Akteursgespräche zwischen Landes- und Kommunalvertretern im Rahmen der sogenannten „Stadtumbau-Bereisung“. Zusätzlich fließen Daten des Thüringer Landesamtes des für Statistik, der Bundesagentur für Arbeit oder des Verbandes der Thüringer Wohnungswirtschaft ein. Das Monitoring ist analog zur Städtebauförderung als lernendes Programm angelegt, weshalb auch der Indikatorenkatalog bedarfsgrecht angepasst wird. Im Zuge aktueller Entwicklungen werden somit nicht nur veränderte Förderprogrammatiken berücksichtigt, sondern z. B. auch Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Stadtentwicklung bzw. entsprechende Einflüsse auf kommunale Handlungsfelder betrachtet.
 
Alle 42 Monitoringkommunen wurden gemeinsam mit Vertretern des für Städtebauförderung zuständigen Thüringer Ministeriums, dem Thüringer Landesverwaltungsamt und weiteren Fachbehörden in den Zeiträumen 2005 bis 2009 und 2016 bis 2021 besucht. Jeweilige Kurzportraits mit ausgewählten Eindrücken der letzten Stadtumbau-Bereisung sind in den Monitoringberichten der letzten Jahre zu finden. Im Monitoringbericht 2021 werden die letzten vier besuchten Kommunen Greiz, Ronneburg, Zella-Mehlis und Nordhausen vorgestellt.


Downloads zu diesem Thema:

Monitoringbericht 2021 (pdf)

zurück «

Broschüre "Wie Städte ihre Zukunft gestalten"im Dezember 2021 erschienen

mehr »

Broschüre "Wie Städte Ihre Zukunft gestalten - Wegeweisende Projekte aus der Stadtentwicklung

Um die Stadtentwicklung beobachten und zielgerichtet fördern zu können, wurde in Thüringen bereits im Jahr 2002 ein Landesmonitoring eingerichtet, welches 42 Kommunen mit rund 200 Fördergebieten im Blick hat. Alle 42 Thüringer Monitoringkommunen wurden zuletzt im Zeitraum von 2016 bis 2021 mit Vertreter:innen des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft und des Thüringer Landesverwaltungsamtes sowie der Begleitforschung besucht und intensive Arbeitsgespräche mit den lokalen Akteur:innen geführt.

Die Ergebnisse des Landesmonitorings sowie die Rückmeldungen der Agierenden vor Ort zeigen in den letzten Jahren einen Trend zurück in die Städte. So entwickeln sich die Einwohnerzahlen in den Monitoringkommunen in den meisten Fällen positiver als im umliegenden Landkreisgebiet. Dadurch verschärfen sich jedoch die Problemlagen im ländlichen Raum. Daran wird deutlich, dass nur eine gemeinsame Betrachtung der Städte mit ihren umliegenden ländlich geprägten Räumen zielführend sein kann.

Mit Blick auf die Monitoringkommunen zeigen die Ergebnisse, dass sich die Innenstädte stabilisiert beziehungsweise sogar positiver entwickelt haben. Damit ist der Erfolg der geförderten Aufwertung in den einzelnen Quartieren belegt. Schließlich weisen die altstädtisch und gründerzeitlich geprägten Monitoringgebiete eine deutlich jüngere Bewohnerstruktur auf, was die Familienfreundlichkeit dieser Wohngebiete unterstreicht.

Im 30igsten Jahr der Thüringer Städtebauförderung wurde die Broschüre „Wie Städte ihre Zukunft gestalten“ veröffentlicht. Darin werden zukunftsfähige Stadtentwicklungsprojekte aus den 42 Thüringer Monitoringkommunen vorgestellt. Diese werden nach kommunalen Handlungsfeldern wie „Innenstädte und Ortskerne beleben“ oder „Quartiere energieoptimiert und klimaangepasst erneuern“ gegliedert und laden zum Nachmachen und Weiterdenken ein.

Die Broschüre steht digital als barrierearme Version unter folgendem Link auf der Internetseite des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft zum Download bereit:

Download Broschüre "Wie Städte ihre Zukunft gestalten - Wegweisende Projekte aus der Thüringer Stadtentwicklung"

zurück «

Stadtumbaukonferenz 2021 Online

mehr »

Stadtumbaukonferenz-Online 30. Juni 2021

Am 30. Juni 2021 hat die Jahreskonferenz Stadtumbau zum Thema „Klimaanpassung und Stadtgrün im Blickfeld aktueller Herausforderungen der Stadtentwicklung“ von 10:30 bis 14:30 Uhr als Videokonferenz stattgefunden. Das Tagungsprogramm sowie die Vorträge finden Sie über folgende Links:
Tagungsprogramm (pdf)
Anja_Maruschky_TMIL_Moderation_Ausblick (pdf)
Frank_Reinhardt_TLUBN_Klimaentwicklung_Thüringen (pdf)
Lars_Liebe_Manuel_Meyer_Klimagerechte_Stadtentwicklung_Jena (pdf)
Gerrit_Haase_Bad_Langensalza_Stadtgrün (pdf)
Prof_Dr_Heiko_Sieker_IPS_Hoppegarten_Wassersensible_Stadtentwicklung (pdf)
Steffen_Groß_GRAS_Ergebnisse_Begleitforschung (pdf)
Daniel_Knopf_ThINK_Klimaleitfaden_Thüringen (pdf)
Simone_Ring_TAB_Klima_Invest (pdf)

zurück «